Fake-Profile sind leider auf nahezu allen Dating-Plattformen zu finden. Manche wirken harmlos, andere verfolgen klare Betrugsabsichten. Wer weiß, worauf man achten muss, erkennt Fake-Profile oft schon nach wenigen Minuten.
In diesem Artikel von Datingexperten Christian M. Haas zeigen wir dir fünf typische Merkmale, an denen du Fake-Profile zuverlässig erkennst – mit konkreten Beispielen aus der Praxis.
1. Die Bilder: Zu perfekt, zu fremd, zu künstlich
Bilder sind häufig der erste Hinweis auf ein Fake-Profil. Besonders dann, wenn sie unnatürlich perfekt wirken oder keinerlei Alltag zeigen.
Typische Auffälligkeiten bei Fake-Profilbildern:
- Nur ein bis drei Bilder im gesamten Profil
- Extrem professioneller Look (Studio-Licht, perfekte Haut)
- Keine Alltagsfotos (keine Wohnung, keine Freunde, kein Umfeld)
- Bilder wirken nicht deutsch oder europäisch, obwohl das Profil es behauptet
Ein häufiger Fake-Mix besteht aus:
- einem perfekten Porträtfoto
- einem Ganzkörperfoto
- einem neutralen Selfie
So kannst du Bilder manuell prüfen:
- Reverse Image Search über Google Bilder
- Bing Visual Search
- Yandex (besonders effektiv bei Fake-Profilen)
Tauchen die Bilder auf anderen Dating-Seiten, auf Social-Media-Profilen fremder Personen oder auf Stockfoto-Webseiten auf, solltest du misstrauisch werden.
KI-generierte Bilder erkennst du oft an:
- verzerrten oder asymmetrischen Ohren
- unlogischen Brillenbügeln
- unscharfen oder künstlich wirkenden Hintergründen
- zu perfekten Zähnen
- Schmuck oder Haaren, die „verlaufen“
Merksatz: Echte Menschen haben kleine Makel – KI-Gesichter sind oft zu glatt.
2. Der Profiltext: Austauschbar und nichtssagend
Fake-Profile verwenden häufig sehr allgemeine oder extrem kurze Profiltexte, die keinerlei echte Persönlichkeit zeigen.
Typisch für Fake-Profiltexte:
- sehr allgemein gehaltene Aussagen
- keine konkreten Hobbys oder Interessen
- keine regionalen Bezüge
- emotionale Floskeln ohne Tiefe
Beispiel für einen typischen Fake-Profiltext:
„Ich liebe das Leben, Reisen und ehrliche Menschen. Ich suche die große Liebe.“
Dieser Text könnte von nahezu jeder Person stammen und sagt nichts über den Menschen dahinter aus.
Realitäts-Check: Könnte dieser Text genauso gut morgen in einem anderen Profil stehen? Wenn ja, ist Vorsicht geboten.
3. Die Nachrichten: Zu schnell zu intensiv
Fake-Profile bauen häufig sehr schnell emotionale Nähe auf – ohne echte Grundlage.
Typische Nachrichten von Fake-Profilen:
- „Ich habe selten so eine Verbindung gespürt.“
- „Du bist anders als alle anderen hier.“
- „Ich vertraue dir, obwohl wir uns erst kurz kennen.“
- „Ich suche keine Spielchen, sondern echte Liebe.“
Besonders auffällig ist, dass diese Nachrichten oft:
- bereits nach wenigen Nachrichten kommen
- kaum Bezug auf dein Profil nehmen
- sehr ähnlich bei verschiedenen Profilen klingen
Regel: Echte Nähe braucht Zeit.
4. Der schnelle Wechsel von der Plattform
Ein sehr klares Warnsignal ist der schnelle Versuch, die Dating-Plattform zu verlassen.
Typische Vorwände:
- „Ich bin hier kaum online.“
- „Die App funktioniert bei mir nicht richtig.“
- „Lass uns lieber auf WhatsApp schreiben.“
- „Ich vertraue Dating-Plattformen nicht.“
Klassiker:
„Gib mir deine Nummer, dann können wir uns besser kennenlernen.“
Wichtig: Seriöse Menschen haben keinen Grund, sofort die Plattform zu verlassen.
5. Geld, Notfälle und erfundene Dramen
Spätestens wenn Geld ins Spiel kommt, handelt es sich fast immer um einen Betrugsversuch.
Häufige Betrugsstorys:
- Auslandseinsätze (Soldat, Arzt, Ingenieur)
- Witwer oder Witwe mit tragischer Geschichte
- plötzliche Notfälle
- Pakete oder Geschenke, die „festhängen“
- gesperrte Konten oder Kreditkartenprobleme
Typische Nachrichten:
- „Ich würde dich gern besuchen, aber mein Konto ist gerade gesperrt.“
- „Mir ist das unangenehm, aber ich brauche dringend Hilfe.“
- „Ich zahle es dir sofort zurück.“
Grundregel: Kein seriöser Mensch bittet online um Geld.
Fazit
Fake-Profile lassen sich oft frühzeitig erkennen, wenn man aufmerksam ist. Besonders wichtig ist es, auf Bilder, Texte, Nachrichtenverhalten und finanzielle Forderungen zu achten.
Im Zweifel gilt immer: Lieber einmal mehr misstrauisch sein als einmal zu wenig.